Schnee-Eule

 
Ordnung
Eulen
Familie
Ohreneulen und Käutze
Gattung & Art
Nyctea scandiaca
 

Körpermaße
Länge: 55-66 cm
Flügelspannweite: 145-165 cm
Fortpflanzung
Geschlechtsreife: mit 2 Jahren
Brutzeit: Mai bis Mitte September
Zahl der Bruten: 1
Gelege: 3-11 glatte, glänzend weiße Eier
Brutdauer: 32-34 Tage
Nestlingsdauer: ca. 25 Tage
Lebensweise
Lautäußerung:Männchen während der Paarungszeit: eine Folge lauter, rauher "whu"-laute
Verhalten: jagt vor allem in der Dämmerung und am Tag
Nahrung: vorwiegend Lemminge, Schneehühner und andere Vögel
Lebenserwartung: bis zu 15 Jahre in freier Natur, 28 Jahre in Gefangenschaft
Verwandte Arten
Die Schnee-Eule ist mit keiner anderen Eule nah verwandt.
Vorkommen:
Arktis, Island, Skandinavien,
Sibiren, Alaska, Kanada
und Grönland

Merkmale
Die Schnee-Eule ist der größte Vogel der Arktis und brütet oberhalb der Baumgrenze auf dem Dauerfrostboden der Tundra. Sie bevorzugt felsiges Gelände, wo sie von einem Beobachtungsposten aus nach Beutetieren sowie Feinden Ausschau hält. Das Gefieder des Männchens ist fast durchgehend weiß und kaum gefleckt. Das Weibchen ist kräftiger gemustert.

Nahrung
In der Arktis ernährt sich die Schnee-Eule vorwiegend von Lemmingen. Anders als die meisten Eulen jagt sie selten in der Nacht. Sie beobachtet das Gelände von einem höhergelegenen Standort aus, startet und gleitet über dem Boden, um auf die Beute herabzustoßen. Während der rauhen Wintermonate im hohen Norden gibt es nur wenig zu fressen. Die Schnee-Eule kann aber bis zu 40 Tage am Stück ohne Nahrung auskommen. Dabei zehrt sie von ihrer Fettschicht unter der Haut und bewegt sich kaum, um Energie zu sparen.

Fortpflanzung
Das Männchen der Schnee-Eule tut anderen Männchen und eventuellen Partnerinnen seine Anwesenheit im Revier kund, indem es in flach vorgebeugter Halung und mit aufgestelltem Schwanz auf einem kleinen Hügel trippelt und seine langen bellenden Gesangsstrophen vorträgt. In der dünnen arktischen Luft kann man den Gesang bis zu 10 km weit hören.
Das Nest besteht aus einer Mulde am Boden, meist auf einem kleinen Hügel oder in Hanglage. Wie andere Eulen legt die Schnee-Eule ihre Eier in Abständen. So stellt sie sicher, daß wenigstens die älteren, kräftigeren Jungen in Zeiten der Nahrungsknappheit überleben.
Wissenswertes

In Küchenabfällen aus der Jungsteinzeit fanden Archäologen die Knochen von Schnee-Eulen. Sogar heute verzehren die Eskimos manchmal noch das Fleisch der Schnee-Eule, wenn andere Nahrung nicht zur Verfügung steht.

Auf den Shetland-Inseln wurde der Schnee-Eule der Name "cat-ogle" gegeben, der auf ihre Änhlichkeit mit einer großen, weißen Katze verweisen soll.

Nähern sich Feinde wie Wolf oder Eisfuchs dem Nest, greifen die Eulen den Eindringling häufig mutig an und verpassen ihm Hiebe mit den Krallen. Manchmal täuscht ein Elternteil eine Verletzung vor, um den Angreifer von den Eiern oder Jungen wegzulocken.

Die Schnee-Eule wird recht häufig in Gefangenschaft gehalten, das sie ziehmlich anspruchslos ist.
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